Als Heinrich die wunderschöne Prinzessin zum ersten Mal sieht, verliebt er sich auf der Stelle in sie. Da er selbst zu schüchtern ist, organisiert sein Freund Christian ein Stelldichein – mit Erfolg: am Ende küsst die Prinzessin ihren Heinrich. Die Hofdamen sind entsetzt und der König tobt. Gleich am nächsten Morgen soll sie deshalb den König des Nachbarreiches, einen eitlen Despoten, heiraten.
Schweren Herzens macht sich die Prinzessin auf die Reise. Heinrich, entschlossen, seine Liebste zu retten, folgt ihr...
Querfeldrhein spielt dieses Märchen für alle, die Märchen lieben und nicht als Kinderkram abtun: also für Kids und Teens, für deren Mamas und Papas, für Tante, Onkel, Oma und Opa samt Nichten, Neffen, Enkelinnen und Enkeln. Gespielt wird im Bürgersaal Rheinfelden (Baden) und wir versprechen einen unterhaltsamen, szenenweise sogar kabarettistischen Abend, Lachen ist ausdrücklich erlaubt!
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Märchen
Unter "Märchen" im wissenschaftlichen Sinne versteht man eine kurze, ausschließlich der Unterhaltung dienende Erzählung von phantastisch-wunderbaren Begebenheiten, die sich in Wahrheit nicht ereignet haben und die sich nie ereignen können, weil sie Naturgesetzen widerstreiten.
Von Haus aus kam dem Worte solche Bedeutung nicht zu. "Märchen" ist eine Verkleinerungsform zu "die Märe", mhd. daz maere, und bedeutete ursprünglich "Kunde, Nachricht". Im späteren Mittelalter wird „Märe“ die geläufige Bezeichnung für klei-ne Erzählungen in Versform, die wesentlich erfundene Stoffe behandeln. Die heutige wissenschaftliche Bedeutung des Wortes Märchen geht auf die Brüder Grimm zurück.
Was dem kritischen Betrachter heute am Märchen in erster Linie auffällt, ist der Widerspruch, in dem seine Aussage zur Wirk-lichkeit steht. Träger der Märchenhandlung, ihre eigentlichen "Helden", sind zwar fast immer Menschen, die in die normale irdische Umwelt von Mitmenschen, Tieren, Pflanzen, Landschaft und in die gewöhnlichen Beziehungen von Zeit und Raum hineingestellt sind, aber dies Gewöhnliche, Irdische wird ständig gepaart und durchkreuzt mit einem Wunderbaren, der Wirklichkeit Widersprechenden. Vor allem aber sind die Märchen voll seltsamer Gegenstände, denen wunderbare Fähigkeiten eignen, etwa ein Tischlein-deck-dich, ein Knüppel-aus-dem-Sack, ewig gefüllte Beutel und nie versiegende Töpfe und Krüge, Mäntel und Hüte, die unsichtbar machen, oder Stiefel, die ihren Träger mit jedem Schritte sieben Meilen weiter bringen, und andere Zauber- und Wunderdinge in endloser Fülle.
Die Wirklichkeitsferne der aus Irdischem und Über-irdischem so eigenartig gemischten Märchenhandlung wird noch gesteigert durch die sonderbare Unbestimmtheit, in der sie spielt. Die erzählte Geschichte wird nie in eine bestimmte Zeit gesetzt. Keine Anspielung verrät auch nur das Jahrhundert, geschweige denn, dass eine Jahreszahl genannt würde. Was das Märchen erzählt, das hat sich eben "einmal“ ereignet. Selbst die auftretenden Personen bleiben ohne Namen. Wird dieser herrschende Grundsatz da und dort durchbrochen, bleiben die Namen doch ohne wirkliche Bestimmtheit echter Personennamen. So wird der Märchenheld wohl öfter mit einem Namen genannt, aber was da auftritt, sind Allerweltsnamen, die keinerlei Individualisierung bedeuten.
Auch die Handlung um derentwillen diese wundersame Welt in Bewegung gesetzt wird, ist von recht eingeschränkter Art. Die große Mehrzahl aller echten Märchen mit männlichen Helden hat die Erwerbung einer Frau zum Ziel. Märcheninhalt ist dann meist die Beseitigung der Hindernisse, die dieser Erwerbung entgegenstehen. Ziel und Schluss des Märchens ist die Verheiratung des Helden. Held und Heldin erscheinen innerhalb der Märchenhandlung in der Regel in der Vollkraft der Jugend, eben im heirats-fähigen Alter und sie stammen oft aus zwei gesellschaftlich entgegengesetzten Schichten: aus Ober- und Unterschicht. Aus den vorgegebenen gesellschaftlichen Beziehungen holt sich die Märchenhandlung noch als besonderen Reiz, dass sie das Aufsteigen des Niedriggeborenen zu strahlender Königsherrlichkeit darstellt.
Entwicklung und Verknüpfung der Handlung durch psychische oder logische Beziehungen ist nicht die Sache des Märchens. Fast nie finden sich die einzelnen Stufen seiner Handlung aus dem Innern seiner Personen begründet. Vielmehr erscheint die Handlung überall von außen bewirkt und der künstlich geschürzte Knoten wird nie logisch gelöst, sondern durchhauen. Es herrscht die "Kausalität des Zaubers". Das Märchenreich ist ein Reich der unbegrenzten Möglichkeiten. Das ist alles in Schwarz-Weiss gemalt: hier steht das vorbehaltlos Gute, drüben das ganz Schlechte; eine Mitte gibt es nicht. Es waltet eine sittliche Weltordnung eiserner Prägnanz: das Gute siegt immer, das Böse bezahlt mit dem Untergang.
nach F. Panzer, Märchen, 1926